Kirgistan – ein Urlaubsland der besonderen Art

Kirgistan Tipps

Tiefblaue Hochgebirgsseen, eingerahmt von schneebedeckten Bergketten, endlose Steppen und bunte Pferdeherden, die wild über die Hochgebirgsalmen stürmen: Eine Reise durch das ursprüngliche Kirgistan ist vor allem für Outdoor-Fans ein großartiges Abenteuer.

Kirgistan, Kirgisistan oder doch Kirgisien? Ganz gleich, wie man es schreibt, das atemberaubend schöne Hochgebirgsland voll rauer Natur in Zentralasien ist auf jeden Fall eine Reise wert. Kirgistan steht zwar auf Platz fünf der Trendreiseziele 2019 von Lonely Planet, doch ist es für Westeuropäer noch immer ein eher unbekanntes und geheimnisvolles Land. Nur sehr wenige Touristen haben sich bisher hierhin verirrt – und so erwarten dich hier jede Menge traumhafte Natur und eine traditionelle Kultur voller Herzlichkeit. Kirgistan ist vor allem für Reisende, die sich nach endloser Weite, unberührter Natur und Ruhe sehnen, ein ganz heißer Tipp: Abwechslungsreiche Landschaften, mehrtägige Trekkingtouren und ganz viel Ursprünglichkeit machen die unentdeckte Perle in Zentralasien besonders attraktiv. Mehr als 2.700 Kilometer neue Wanderwege, eine neue Autobahn und ein vereinfachtes Visa-System – die Zeit, um Kirgistan zu besuchen, nie besser gewesen. Wir zeigen dir, was dieses unglaublich schöne Land so besonders macht und warum es unbedingt auf deine Bucket-List gehört.

Hier kommen fünf Highlights, die du in Kirgistan auf keinen Fall verpassen solltest:

1. Übernachten wie ein Nomade in einem Jurten Camp

Fast 3.000 Jahre lang waren die Kirgisen Nomaden. Somit nahm das Leben in der Jurte einen hohen Stellenwert der kirgisischen Kultur ein, was man auch daran ablesen kann, dass die Nationalflagge das Gestänge einer Jurte abbildet. In einer Jurte zu übernachten gehört zu einem Kirgistan-Erlebnis also fast schon dazu. Ein Jurten Camp kann man sich wie einen Campingplatz vorstellen – mit traditionellen Nomadenzelten aus Filz, die auch „Bos ui“ genannt werden und äußerst gemütlich sind. Eine Übernachtung in einer Jurte ist ein eindrückliches Erlebnis in der Natur, das du so schnell nicht wieder vergessen wirst.

2. Eine Reittour durch die unglaublich schöne Landschaft unternehmen

Einen weiteren zentralen Platz in der kirgisischen Nomadenkultur nimmt die Pferdezucht ein. Schon von Klein auf lernt man hier den Umgang mit Pferden und das Reiten. Dementsprechend weit verbreitet sind nomadische Reitfeste, Pferderennen – und Touren mit Kirgisenpferden. Wenn du also die beeindruckende Landschaft erkunden möchtest, Wandern aber nicht unbedingt dein Ding ist, warum das Land nicht auf einem Ausritt erkunden? Einfach darauf einlassen, in die jahrhundertealte Kultur der Nomaden eintauchen und als Belohnung das unbeschreibliche Gefühl der Freiheit genießen.

3. Eine mehrtägige Wanderung durch die kirgisischen Berge machen

Kirgistan ist seit einigen Jahren zu einem Geheimtipp unter Trekkingtouristen avanciert. Denn mit seinen hochalpinen Riesen ist es ein wahres Mekka für Bergfreunde. Neben Highlights wie dem Dschengisch Tschokusu (der mit 7439 Metern der höchste Berg des Landes ist) für erfahrene Kletterer, gibt es auch verschiedene Touren für Wanderfreunde mit leichtem bis mittlerem Schwierigkeitsgrad. Beispiele für schöne Wandertouren sind unter anderem: Eine zweitägige Tour zum Songkol-See. Ausgangspunkt ist der Kyzart-Pass, von dort aus geht es über rund 2.500 Höhenmeter und drei Pässen zum Bergsee. Trekkingtechnisch etwas anspruchsvoller, aber jede Minute wert, ist eine drei- bis viertägige Tour von Karakol bis zum Alaköl-See. Beim viertägigen Jukku Barksoon Trek wanderst du durch eine touristisch noch unerschlossene Region – ein wahres Abenteuer, bei denen zahlreiche Flüsse überquert werden, du stundenlang keiner Menschenseele begegnest und Panoramen auf Landschaften wie aus seinem Wildwest-Film genießen kannst.

4. Die Gegend um Issyk-Kul entdecken

Im Nordosten des Landes liegt eine der einzigartigsten Sehenswürdigkeiten in Kirgistan: Der Issyk-Kul-See (oder auch Yssykköl-See). Mit einer Fläche von ca. 6.236 Quadratmetern ist er nach dem südamerikanischen Titicacasee der zweitgrößte Gebirgssee der Welt. Wer an seinem Ufer steht und auf das Wasser hinausblickt, kann schon mal das Gefühl bekommen, sich nicht etwa mitten in einem Gebirge, sondern an einem gigantischen Ozean zu befinden. Am Südufer des Issyk-Kul liegt der Fairy Tale Canyon (auch Skazka Canyon), der mit seinen bunten Bergen und bizarren Sandsteinformationen ein ganz besonderes landschaftliches Highlight ist.

5. Die Hauptstadt besuchen

Neben der atemberaubenden Natur hat Kirgistan auch Städte zu bieten, die einiges vorzuweisen haben. Die Hauptstadt Bischkek zum Beispiel ist um einiges moderner als man vermuten würde. Sowohl die Architektur als auch das Leben in der Ein-Millionen-Einwohner-Metropole bildet einen starken Kontrast zum Rest des Landes. Überraschenderweise kann man hier rund um die Uhr praktisch alles kaufen, was das Herz begehrt, die beeindruckenden Bauten aus der Sowjetzeit sind interessante Instagram-Spots, das National Museum of Fine Arts unglaublich spannend und darüber hinaus ist die Stadt unglaublich grün. Witzigerweise gibt es hier sogar ein Hofbräuhaus sowie eine Schwarzwaldbäckerei – und einmal pro Jahr werden hier das Oktoberfest und Karneval gefeiert.

Kirgistan-Rundreise buchen

Einwohner

Kirgistan grenzt an Kasachstan, Tadschikistan, Usbekistan und China. Es hat rund 6 Millionen Einwohner und davon leben ca. eine Million Menschen in der Hauptstadt Bischkek. Mit ca. 65 Prozent Bevölkerungsanteil machen die Kirgisen den größten Anteil des gebirgigen Landes aus. Die Usbeken stellen mit einem Anteil von ca. 15 Prozent die zweitgrößte Bevölkerungsgruppe. Die Russen zählen zusammen mit den Ukrainern und den Weißrussen zu den slawischen Minderheiten in Kirgistan, mit einem Bevölkerungsanteil von ca. 8,3 Prozent.  Ca. 75 Prozent der Einwohner sind sunnitische Muslime, die zweitstärkste Gruppe ist das Christentum; ca. 20 Prozent der Bevölkerung sind russisch-orthodox.

Sprache

Kirgistan ist ein zweisprachiges Land. Die Amtssprache in Kirgistan ist zwar Kirgisisch, aber seit 2001 hat Russisch wieder den Status einer weiteren offiziellen Sprache erlangt. In größeren Städten wird aber auch Englisch und sogar Deutsch gesprochen.

Klima

In Kirgisistan herrscht extrem kontinentales und weitgehend trockenes Klima. So können es hier im Sommer bis zu 45 Grad und im Winter bis zu minus 18 Grad werden. Im Früh- und Spätsommer regnet es hier am meisten. Die beste Reisezeit für Wander- und Trekkingtouren im Hochgebirge ist von Mitte Juli bis Mitte September. Die Durchschnittstemperaturen liegen dann bei ca. 20 bis 25 Grad. Für den Besuch der tieferen Lagen des Landes empfiehlt sich der Frühling oder der Herbst. Wer zum Skifahren nach Kirgisistan fahren möchte, sollte die lange und schneereiche Skisaison von Dezember bis April nutzen. Das schönste Skigebiet liegt übrigens bei Karakol.

Wissenswertes

  • In Kirgistan wird mit kirgisischen Som bezahlt. Achtung: In größeren Orten (und auch am Flughafen) gibt es Geldautomaten, auf dem Land allerdings teilweise nicht.
  • EU-Bürger benötigen für eine Einreise nach Kirgistan seit 2012 kein Visum mehr. Ein Visum wird erst benötigt, wenn man länger als 60 Tage im Land bleiben möchte.
  • Flächenmäßig ist Kirgistan in etwa halb so groß wie Deutschland
  • In Kirgisien gibt es nur zwei internationale Flughäfen: In Bischkek und Osh.
  • Ungefähr 94 Prozent des gebirgigen Landes liegt auf einer Höhe von über tausend Metern.
  • Typisch kirgisische Gerichte sind Laghman (eine Nudelsuppe mit Hammelfleisch und Gemüse), Manty (kleine Teigtaschen mit Fleisch und Gemüse) oder Beschbarmak (eine klare Brühe mit Nudeln und gekochtem Fleisch) – unbedingt probieren!
Bildquellen: Shutterstock/Michal Kniti; Unsplash/Jairph/Irene Strong/James Stronsky/Vladimir Ivanov/Jaroslav Matsev; Pixabay/Jan Nijman/Sumoro/Christina Cordova/

Weitere Beiträge dieses Autors