Orte mit Grusel-Faktor: Lost Places in Berlin

Der Teufelsberg in Berlin: Einst Abhörstation im Kalten Krieg, heute beliebtes Ausflugsziel
Der Teufelsberg in Berlin: Einst Abhörstation im Kalten Krieg, heute beliebtes Ausflugsziel

Halb zerfallene Fassaden, abblätternde Wände, morscher Boden: Verlassene Orte haben eine ganz eigene Magie.

Ob verlassener Vergnügungspark, Ballhaus oder Freibad – sie alle haben eines gemeinsam: Sie strahlen eine Mischung aus morbidem Charme und subtiler Bedrohlichkeit aus. Wir zeigen dir die schönsten Abandonded Places in Berlin und Umgebung für deinen nächsten Wochenendausflug.

Lost Places in Berlin Irakische Botschaft

Verrottete Tonbänder, Akten und Visa-Anträge liegen auf dem Boden verstreut, eine verbrannte Treppe und umgestürzte Möbel erinnern an längst vergangene Tage. Seit 1991 rottet die ehemalige irakische Botschaft vor sich hin. Als die irakischen Diplomaten nach der Wiedervereinigung aus der DDR ausreisten, ließen sie kurzerhand alles stehen und liegen uns seither scheint die Zeit hier stehengeblieben zu sein. Die verlassene Plattenvilla, in der einst Sprengstoff versteckt wurde und Attentate geplant wurden, hat heute Kultstatus und ist ein Magnet für Neugierige, Hobbyforscher und Fotografen.

Adresse: Tschaikowskistraße 51, 13156 Berlin

Alte Eisfabrik

Im Hintergrund der Fernsehturm, das Kater Holzig ist nur wenige Gehminuten entfernt: Mitten im pulsierenden Herzen Berlins steht eine der ältesten, noch erhaltenen Eisfabriken Deutschlands. Die 11.000 Quadratmeter große Fabrikanlage wurde 1893 gegründet und schloss 1995 endgültig ihre Tore. Das denkmalgeschützte Gebäude selbst kann nicht mehr betreten werden. Für Foto-Aufnahmen von außen lässt es sich aber begehen und ist auf jeden Fall einen Besuch wert.

 Adresse: Köpenicker Straße 40, 10179 Berlin

Teufelsberg

Kaum ein verlassener Ort in Berlin ist so faszinierend und geheimnisvoll zugleich wie die ehemalige CIA-Abhörstation auf dem 120 Meter hohen Teufelsberg. Mit den gewaltigen, längst verwitterten Antennenkuppeln, dem grauen Stahlbeton und den eingeworfenen Fensterscheiben würde sich das einst abgeriegelte Gelände mit der verfallenen Radarstation bestens als Kulisse für einen Spionagefilm eignen. Tatsächlich entstanden auf dem gespenstigen Areal mit 360-Grad-Blick über die Stadt zahlreiche Filme wie „Die Spieler“ oder „Der gleiche Himmel“. Allerdings muss man sich mit dem Anblick des imposanten Hauptgebäudes der Ex-Abhörstation außen begnügen, denn dieses darf vorerst nicht mehr betreten werden.

Adresse: Teufelsseechaussee 10, 14193 Berlin

Freibad Berlin-Lichtenberg

Schwimmen verboten: Der letzte Badegast dürfte das Freibad in Berlin-Lichtenberg in den späten Achtziger Jahren verlassen haben. Seither schläft das Freibad, das ausländischen Schwimmwettkämpfern als Trainingsstätte für die Olympischen Sommerspiele 1932 und 1936 diente, seinen Dornröschenschlaf. Die verwahrlosten Schwimmbecken sind umzäunt und dürfen ohne Genehmigung nicht betreten werden, von außen kann man aber durchaus Fotoaufnahmen machen.

Adresse: Siegfriedstraße 71,10365 Berlin

Spreepark

Zu DDR-Zeiten kamen bis zu 1,7 Millionen Besucher jährlich in den 1969 eröffneten Kulturpark Plänterwald. Heute zeugen nur noch Relikte wie verwilderte Buden, ein einsames Piratenschiff oder ein rostiges Riesenrad von der großen Vergangenheit Berlins berühmtesten Freizeitparks. Seit seiner Insolvenz 2001 rottet er auf dem über 20 Hektar großen Gelände vor sich hin. Seit 2018 kann man wieder geführte Touren durch den kultigen Spreepark machen.

Adresse: Kiehnwerderallee 1-3, 12437 Berlin-Treptow

Ballhaus Grünau

Hinter der Jugendstil-Fassade dieses Gebäudes verbirgt sich so manches gruseliges Geheimnis: Prächtige Stuckarbeiten zeugen von einer prunkvollen Zeit, die Wände sind mit bunten Graffitis beschmiert, das Klavier ist längst verstummt. Der letzte Walzer im Ballhaus Grünau ist lange her. Mehr als ein Jahrhundert prägte das ehemalige Tanzlokal den Köpenicker Stadtteil Grünau, seit 1991 steht es leer. Doch das soll sich schon bald ändern, die historische Ruine auf dem weitläufigen Grundstück soll denkmalgerecht saniert und in Zukunft wieder für Veranstaltungen genutzt werden.

Adresse: Regattastraße 167, 12527 Berlin-Grünau

Beelitz-Heilstätten

Einst war sie Deutschlands Vorzeige-Klinik, in der Tuberkulosekranke und Soldaten behandelt wurden. Heute ist sie Anlaufstelle für Fans von verlassenen Orten und Abenteuer-Touristen: Die Beelitz-Heilstätten vor den Toren Berlins ist ein Ort zum Fürchten. Efeu rankt die Mauern hoch, die Eingangstüren sind zugenagelt – seit mehr als zwanzig Jahren ist der Ort verlassen. Manche Teile des verwunschenen, 200 Hektar großen Geländes, das bereits als Filmkulisse für etwa Polanskis „Der Pianist“ oder „Operation Walküre“ mit Tom Cruise diente, können heute allerdings besichtigt werden.

Adresse: Straße nach Fichtenwalde 13, 14547 Beelitz-Heilstätten

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Bildquellen: Unsplash/Samuel Zeller/Jaromir Kavan/Denny Müller; Pixabay/Alice 12; Shutterstock/Mickis-Fotowelt

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