So klappts mit dem Oktoberfest-Besuch: Ein Survival-Guide

Oktoberfest

O‘zapft is! Bald ist es soweit – und das größte Volksfest der Welt steht wieder vor der Tür. Vom 21. September bis zum 6. Oktober 2019 findet das Oktoberfest (aka die Wiesn) wieder statt.  

Rund sechs Millionen Besucher strömen jedes Jahr zur Wiesn-Zeit in die bayerische Landeshauptstadt, um Bierzeltgaudi, Achterbahnabenteuer und köstliche Schmankerl auf der Theresienwiese zu erleben. Für einen gelungenen Wiesnbesuch haben wir dir die wichtigsten Do’s and Don’ts inklusive nützliche Tipps zusammengestellt.

Do’s and Don’ts für das Oktoberfest

Do: Tracht tragen

Grundsätzlich gilt: Einen strengen Dresscode gibt es auf dem Oktoberfest eigentlich nicht. Wiesn-Fans glänzen allerdings am besten in der Lederhosen oder im knie- oder knöchellangem Dirndl. Tipp: Die Tracht im Idealfall schon vorher im Internet oder bei einem Münchenbesuch im Frühling kaufen und nicht erst während der Wiesn.

Don’t: Die Schleife auf der falschen Seite tragen

Für Dirndl-Trägerinnen spielt es eine wichtige Rolle, wie die Schleife getragen wird. Denn je nachdem hat diese eine andere Bedeutung. Hier ein kleiner Dirndl-Knigge:

  • Schleife auf der rechten Seite: Hände weg, das Madl ist bereits vergeben.
  • Schleife auf der linken Seite: Flirten erlaubt, die Dame ist noch zu haben.
  • Schleife in der Mitte: „Obacht!“ Der Beziehungsstatus der Trägerin ist kompliziert.
  • Hintere Schleife: Kellnerin oder Witwe

Do: Frühzeitig reservieren

Um einen Platz im Festzelt zu bekommen, empfiehlt es sich am besten schon im Frühjahr zu reservieren. Wer das versäumt hat, dem bleibt noch die Alternative, früh hinzugehen. Und früh bedeutet an Wochenendtagen morgens oder am frühen Vormittag und am Wochenende teilweise schon vor 8 Uhr. Zur Mittagszeit findet sich in der Regel am Wochenende kein einziger freier Platz mehr. Du solltest also schnell sein.

Don’t: Zu früh mit Trinken beginnen

Um den ganzen Tag durchzuhalten, empfiehlt es sich, nicht zu früh mit dem Trinken zu beginnen. Denn aufgepasst: Die Menschen in Bayern sind ziemlich trinkfest und können einen im Handumdrehen unter den Tisch trinken.

Don’t: Den Maßkrug umschlingen

Einer der häufigsten Fehler auf dem Oktoberfest ist den Maßkrug falsch zu halten. Richtig umgreift man den Henkel nur mit den Fingern. So vermeidet man erstens Verletzungen beim Prosit und zweitens wird so das Bier nicht warm.

Do: Die Oide Wiesn besuchen

Das Oktoberfest feiern wie vor 100 Jahren? Alte Zelte und historische Fahrten – wer die Wiesn entspannt, aber dennoch zünftig erleben möchte, sollte die Oide Wiesn ansteuern. Der nostalgische Teil des Oktoberfests knüpft originell an alte Zeiten an und liegt am südlichen Ende des Geländes. Hier kann man Bier aus traditionellen Steinkrügen trinken, bei historischen Pferderennen mitfiebern und an Volksfestattraktionen aus Gründerzeiten vorbeiflanieren. Die gemütliche kleine Schwester des Oktoberfests ist nicht ganz so überfüllt wie der restliche Teil der Theresienwiese und daher besonders für Familien mit Kindern geeignet.

Don’t: Vergessen die eigentliche Messe zu besuchen

Nicht nur für Kinder sind die Fahrgeschäfte das absolute Highlight eines Wiesnbesuchs. Besonders sehenswert sind unter anderem das Karussell mit der kleinen Blasmusikkapelle, das „Willeborgs Riesenrad“, „Feldl’s Teufelsrad“ oder der „Toboggan“. Für Adrebnalin-Fans ist der Freifallturm „SkyFall“ oder die Achterbahn „Olympia-Looping“ genau das Richtige.

Do: Kulinarische Schmankerl probieren

Fans von deftigem Essen haben die Qual der Wahl auf dem Oktoberfest: Ob Brathähnchen, Weißwurst und Brezl oder Kässpätzle – die Gerichte sind hier nicht nur superlecker, sondern auch eine gute Grundlage für den Tag mit Bier & Co. Weitere Höhepunkte der Wiesnküche sind: Wurstsalat, Obazda, Semmelknödel und Brotzeitplatten. Tipp: Hendl unbedingt mit den Fingern essen und die Weißwurst wird traditionell gezuzelt.

Don’t: Eigenes Essen mitbringen

Auch wenn in bayrischen Biergärten eigenes Essen mitgebracht werden darf, auf der Wiesn ist es nicht erlaubt. Wer es trotzdem tut, muss damit rechnen, rausgeschmissen zu werden.

Do: Tanzen und mitsingen

Wer es versäumt zu tanzen, verpasst den halben Spaß. Auf der Bierbank tanzen gehört zum Oktoberfest dazu wie die Maß. Um beim Mitsingen richtig glänzen zu können, empfiehlt es sich, vorher die Texte der wichtigsten Wiesn-Hits zu lernen. Dazu gehören zum Beispiel: „Hey Baby“ von DJ Ötzi, „Wahnsinn“ von Wolfgang Petry, „Hände zum Himmel“ von den Kolibris oder „54‘74‘90‘2010“ von Sportfreunde Stiller.

Don’t: Auf den Tischen tanzen

Wenn man eins auf der Wiesn dringend beachten sollte, dann sind es Verbote. Denn die Strafen sind oftmals ziemlich hoch. Und auch wenn es auf den Bänken erlaubt ist, das Tanzen auf den Tischen ist streng untersagt. Denn die Tische sind alleine dem Bier und dem Essen vorbehalten.

Do: Bargeld mitbringen

Wie heißt es so schön: Nur Bares ist Wahres. Das gilt auch für das Oktoberfest. Ob in den Bierzelten oder an den Essensständen – cash wird an der Wiesn gern gesehen. Und das Anstehen am Geldautomaten kann ziemlich lange dauern.

Don’t: Beim Trinkgeld knausern

Einer der schlimmsten Fehler, die man auf dem Oktoberfest machen kann, ist, beim Trinkgeld zu sparen. Denn wer großzügig bezahlt, wird auf die nächste Maß bestimmt nicht allzu lange warten müssen. Oder zumindest deutlich kürzer als derjenige, der beim Trinkgeld knausert.

Don‘t: Mit dem Auto zur Wiesn fahren

Rund um die Theresienwiese gibt es während des Oktoberfests einen dreiteiligen Sperrring, um das Gelände vor Terror- oder Gewaltakten zu schützen. Deshalb empfiehlt es sich, das Auto einmal stehen zu lassen. Die Theresienwiese lässt sich übrigens über die gleichnamige Haltestelle ganz einfach per U-Bahn erreichen. Alternative: Mit dem Radl oder mit dem Taxi anreisen.

Die wichtigsten Bierzelte

Die Zelte stehen im Mittelpunkt auf dem Oktoberfest: Ganze 16 Festzelte stehen in diesem Jahr zur Auswahl. Wir stellen dir die wichtigsten vor:

Schützenzelt: In der traditionsreichen Atmosphäre tummelt sich hier gerne die Schickeria. Und immer mal wieder kann es vorkommen, dass Arnold Schwarzenegger zum Dirigieren vorbeikommt.

Schottenhamelzelt: Im ältesten Wiesnzelt (seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1867 zurück) wird mit dem Anzapfen jedes Jahr das Oktoberfest offiziell eröffnet.

Hofbräuzelt: Im größten Wiesnzelt feiert die ganze Welt und in keinem anderen Zelt ist die Stimmung so ausgelassen wie hier.

Käfer Wiesn-Schänke: Im bayrischen Holzblockhaus gibt es original Hüttenfeeling mitten auf der Wiesn. Auf der Speisekarte: Bayerische Delikatessen vom Feinkost Käfer.

Glöckle Wirt: Der perfekte Ort zum Durchatmen, wenn einem der Trubel zu viel wird. Denn Gemütlichkeit wird in dem kleinen Zelt ganz groß geschrieben.

Ochsenbraterzelt: Die Ochsenbraterei gilt als Besuchermagnet für alle, die es deftig mögen. Mehr als 125 Ochsen werden hier jedes Jahr verspeist. Das Publikum: Traditionsbewusste Genießer statt feierwütige Wiesn-Touristen.

Hacker Festzelt:  Mit seinem weiß-blauem Himmel gehört das Hacker Festzelt zu den schönsten auf der Wiesn. Und wenn  draußen schönes Wetter herrscht, wird der gemalte Himmel kurzerhand durch den echten ersetzt. Das aufklappbare Cabrio-Dach des Hacker-Zeltes ist auf der Wiesn einmalig.

Für alle, die kein Bier mögen, bietet sich das Weinzelt an. Ja, richtig gehört. Auf der Wiesn gibt es auch ein Zelt, in dem Wein statt Bier ausgeschenkt wird.

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Bayrisch für Anfänger

Damit es mit der Verständigung klappt, ist es wichtig, ein paar Begriffe Mundart zu verstehen. Hier kommen die wichtigsten Vokabeln:

Servus!: Hallo!

Maß Bier: Liter Bier

Hendl: gegrilltes, halbes Hähnchen

Brotzeit: Zwischenmahlzeit mit Brot, Wurst und Käse

Obazda: Käseaufstrich zur Brotzeit aus Camembert, Butter und Paprikapulver

Auszogne: Süßes Schmalzgebäck

Hock di her da: Setz dich zu uns

Do legst di nieda: Das ist ja der Wahnsinn

Gaudi: Spaß

Dangschee: Dankeschön

Wiederschaun, Pfiat di: Auf Wiedersehen, Tschüss

Bildquellen: Pixabay/holzijue/Till Voigt/Ian MacAnderson/Motointermedia/Pexels auf Pixabay/Lenders

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