Usbekistan – das faszinierendste Land, in dem du noch nie warst

Lebendige Oasenstädte, spröde Wüsten, kunstvolle Ornametik und exquisite islamische Baukunst – lange war Usbekistan ein verstecktes Juwel, das hauptsächlich bei abenteuerlichen Entdeckern beliebt war. Doch seit sich das isolierte Land geöffnet hat, dürfte sich das bald ändern. Wir zeigen dir, wie schön das Land an der historischen Seidenstraße wirklich ist.

Das riesige Wüstenland in Zentralasien ist kein typisches Pauschalreiseland, doch ein Besuch lohnt sich umso mehr für alle, die ein Faible für ungewöhnliche Urlaubsziele haben. Prachtvolle Palastanlagen, mehrere Viertausender und atemberaubende Wüstenlandschaften machen das „Herz Mittelasiens“ besonders interessant. Geprägt wurde Usbekistan vor allem von der Seidenstraße, die viele Einflüsse in das Land brachte: von den alten Iranern etwa, dem türkischen Reitervolk und arabische, chinesischen und russischen Reisenden, die die Kultur in Usbekistan prägten. Das zeigt sich vor allem in der Baukunst der Moscheen oder Medresen (Koranschulen), die sehr kunstvoll gestaltet sind.

1. Samarkand

Beeindruckende Gebäude mit Mosaiken in schimmernden Blau- und Türkistönen und Kuppeln voller Majoliken und goldbestäubter Sterne – Samarkand ist zweifelsohne einer der märchenhaftesten Orte in Usbekistan. Über 350.000 Einwohner machen Samarkand zur zweitgrößten Stadt des Landes. Wunderschöne Mausoleen, Zitadellen und Sommerpaläste, die sich hier aneinanderreihen, prägen das Bild der mystischen zentralasiatischen Metropole. Das Highlight im sagenumwobenen Samarkand ist allerdings der Registan-Platz. Wer hier steht, wird unweigerlich still und ehrfürchtig: Die ästhetische Pracht ist so groß, dass man geradezu überwältigt ist von der Flut an Farben, Muster und Formen der monumentalen Bauten, die sich an dem wohl schönsten Platz der Welt befinden. Samarkand zählt zu den ältesten Städten der Welt und gleicht einem Märchen aus Tausendundeiner Nacht zum Verlieben.

2.Taschkent

Für die meisten beginnt die Reise durch Usbekistan in der Hauptstadt Taschkent. Die Zwei-Millionen-Einwohner-Stadt begeistert ihre Besucher mit einer Mischung aus moderner und sowjetischer Architektur der Siebzigerjahre sowie ihren vielen Museen. Monumentale Bauten, schöne Parkanlagen, eine Altstadt mit zahlreichen Lehmhäusern – architektonisch gibt es viel zu sehen in Taschkent. Ein echtes Highlight der quirligen Stadt ist der riesige Chorsu-Bazaar, der einer der schönsten Märkte Zentralasiens ist und von dessen großen, blau-grünen Kuppelhalle sich ein toller Rundblick auf das Treiben des Marktes eröffnet. Weitere Sehenswürdigkeiten in Taschkent sind der Unabhängigkeitsplatz, der Khast-Imam-Komplex, der TV-Tower, der Nawoi Park und das Hotel Uzbekistan.

3. Bukhara

Bukhara ist ein Ort, in den man sich auf den ersten Blick verliebt. Spätestens auf den zweiten Blick, wenn man auf das 46 Meter hohe Wahrzeichen der Stadt zusteuert: das Kalon Minarett. In der fünftgrößten Stadt Usbekistans kann man Orient-Flair pur erleben. Und das liegt besonders an den betörend schönen Moscheen, den reich verzierten Koranschulen und den überkuppelten Basaren, die hier in der Altstadt von Bukhara zu finden sind. Besonders beeindruckend ist das Gebäudeensemble Lyabi Hauz, um dessen Wasserbecken mit dem dazugehörigen Park buntes Treiben herrscht. Die 2.500 Jahre alte Stadt kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, zu Zeiten der Seidenstraße war Bukhara etwa eine bedeutendes Handelsstadt und Zentrum islamischer Lehre.

4. Chiwa

Chiwa ist eine Oasenstadt wie aus dem Bilderbuch: Türkisgrüne Kuppeln, Minarette und Palastmauern bestimmen das Panorama. Besonders interessant sind hier die Häuser, die meist aus Lehm gebaut sind und deren ockergelber Farbton das typische Wüstenstadt-Flair verströmt. Mehr als 2.500 Jahre geht die Geschichte der Stadt zurück, die zu Zeiten der Seidenstraße ein wichtiges Handelszentrum war. Heute zählt Chiwas Altstadt zum UNESCO-Weltkulturerbe. Schlendert man durch die engen Gassen der Altstadt, die einem Freilichtmuseum gleicht, fällt einem das 26 Meter hohe Minarett Kalta Minor mit seinen reich verzierten Kacheln ins Auge. Weitere markante orientalische Bauwerke des steingewordenen Märchens sind die mächtigen Mauern der Kunya-Ark-Festung, auf denen sich ein Spaziergang lohnt, der Palast Tasch-Hauli sowie das Minarette Islam Hodscha. Einen fantastischen Blick über die Altstadt hat man übrigens vom Turm der Zitadelle.

5. Wandern im Tienschan-Gebirge

Dem Himmel nah sein kann man in Usbekistan nirgendwo besser al im Tienschan-Gebirge. Das ca. 7.500 Meter hohe und 400 Kilometer breite Hochgebirge, das sich 2.500 Kilometer über die zentralasiatischen Staaten Usbekistan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, sowie den Nordwesten von China erstreckt, hat eine eindrucksvolle Bergkulisse zu bieten. Kristallklare Bergseen, blühende Almwiesen, verschneite Bergeketten und wildromantische Landschaften machen das Hochgebirge zum Paradies für jeden naturbegeisterten Bergwanderer.

Wissenswertes

  • Seit Januar 2019 benötigen Deutsche für einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen kein Visum mehr für Usbekistan.
  • Da es nur wenige und nicht sehr zuverlässige Geldautomaten in Usbekistan gibt, empfiehlt es sich, das Reisebudget in bar mitzunehmen.
  • Usbekistan ist zwar ein muslimisches Land, streng praktiziert wird die Religion im Land allerdings nicht. Gebetsrufe sind verboten und der Bezug zum Islam beschränkt sich weitgehend auf Hochzeiten, gelegentliche Besuche heiliger Mausoleen und Tischgebete. Alkohol wird auch nicht als verwerflich angesehen.
  • Die Landessprachen in Usbekistan ist Usbekisch, daneben wird hier auch Tadschikisch oder Russisch gesprochen. Mit Englisch kommt man in Usbekistan auch gut durch.
  • In ca. 6,5 Flugstunden von Deutschland aus erreicht man Taschkent, die Hauptstadt Usbekistans.

Essen, das du unbedingt probieren solltest

Fun Fact: Ein Wort für Vegetarier gibt es im Usbekischen nicht, das Konzept des fleischlosen Essens ist hier vollkommen unbekannt. Dementsprechend ist die usbekische Küche ziemlich fleischlastig und deftig. Neben dem Nationalgericht Plov (ein Reisgericht mit Fleisch, Kichererben, Karottenraspeln und Rosinen) kommen hier Somsa (gefüllte Teigtaschen), Shashlyk (Fleischsspieße) Nan (Fladenbrot), Kaymak (Milchrahm) oder auch Chai (Tee) auf den Tisch.

Die beste Reisezeit

Wer in dieses wunderschöne Land in Zentralasien reist, muss mit strenger Kälte im Winter und trockener Hitze im Sommer rechnen. Am besten eignet sich daher ein Besuch im Frühling oder Herbst. Regen ist in Usbekistan das ganze Jahr nicht zu erwarten, weshalb auch ein großer Teil des Landes aus Wüste und Steppe besteht.

Usbekistan-Rundreise buchen

Bildquellen: Pixabay/LoggaWiggla/JoelleLC/Emelyanova; Unsplash/Yan Yjing/Robynne Hu

Weitere Beiträge dieses Autors